Kurz gesagt: die perfekte 3-Tage-Route über Madeira mit dem Mietwagen — rund 260 km, drei völlig unterschiedliche Landschaften (Steilküsten und Bananenplantagen, Gipfel über den Wolken, ein „mondähnliches” Kap im Osten), ein fertiger Tagesplan mit Kilometern, Fahrzeiten und den besten Besuchszeiten für jeden Punkt.
Madeira wirkt wie eine Insel, die für Roadtrips gebaut wurde. Sie ist kompakt (nur 57 km von West nach Ost), aber unglaublich dicht an Eindrücken: In einer halben Stunde Fahrt steigt man vom Meeresspiegel auf 1.800 Meter, tauscht Palmen gegen Farnwald und Nebel gegen gleißende Sonne. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es, aber sie sind an Funchal und die größeren Orte gebunden: Aussichtspunkte, Tunnel der alten Straßen und die besten Sonnenaufgangs-Spots erreicht kein Bus. Der klassische Weg, die Insel zu sehen, ist daher ein Mietwagen und eine Rundroute.
Im Folgenden eine erprobte Dreitagestour für alle, die zum ersten Mal auf Madeira sind. Sie versammelt die „Visitenkarten” der Insel: die gläserne Aussichtsplattform Cabo Girão, den Gipfel des Pico do Arieiro, die Dreieckshäuser von Santana und das wilde Kap São Lourenço — ohne den Urlaub in eine Rallye zu verwandeln: Jeder Tag lässt Zeit für Kaffee, Meer und einen entspannten Levada-Spaziergang.
Die Route auf einen Blick
| Dauer | 3 Tage, 3 Nächte |
| Kilometer | ~250–270 km insgesamt |
| Zeit am Steuer | 6,5–7 Stunden für die gesamte Reise (1,5–3 Stunden pro Tag) |
| Start | Funchal (Flughafen FNC oder Stadtzentrum) |
| Ziel | Flughafen Funchal (FNC) — Wagenabgabe vor dem Abflug |
| Übernachtungen | alle drei in Funchal (Option: letzte Nacht in Santa Cruz am Flughafen) |
| Höchster Punkt | Pico do Arieiro, 1.818 m — Asphalt bis zur Aussichtsplattform |
| Höhenunterschied | 0 → 1.818 m auf ~30 km Anstieg ab Funchal |
| Fahrbahn | durchgehend Asphalt: VR-Schnellstraßen in Tunneln + alte ER-Bergstraßen |
| Empfohlene Klasse | Kompakt- oder Mittelklasse, Motor ab 1,2 Turbo / 1,6 — Leistungsreserve für Anstiege |
| Reisezeit | ganzjährig; optimal April–Juni und September–Oktober |
| Kostenpflichtig | PR-Levada-Wege — 3 € pro Person (online über SIMplifica) · Parken in Funchal und Câmara de Lobos 1–2 €/Stunde |
| Kostenlos | Cabo Girão Skywalk, alle Miradouros, Wasserfall Anjos, Kap São Lourenço, Häuser von Santana (von außen) |
| Fußabschnitte | Levada Balcões PR11 — 1–1,5 Std. · Kap São Lourenço PR8 — von 40 Min. bis 3 Std. |
| Tanken | in Funchal und den Küstenorten tanken: in den Bergen gibt es keine Tankstellen |
| Nicht geeignet für | ausgeprägte Höhenangst (Aussichten über Abgründen); bei Reisekrankheit lassen sich die alten Serpentinen durch Tunnel ersetzen |
Was man vor dem Start wissen sollte
Welches Auto mieten. Für diese Route reicht ein Kompaktwagen, aber es gibt eine Nuance: Madeira ist eine Berginsel, und manche Anstiege sind richtig steil. Zu zweit mit Handgepäck genügt auch ein kleiner Motor. Bei 3–4 Personen mit Gepäck nehmen Sie mindestens einen 1,2-Turbo oder 1,6-Saugmotor: Auf einer voll beladenen Serpentine geht einem schwachen Motor die Luft aus. Getriebe nach Gewohnheit, aber ein Automatikgetriebe erleichtert das Anfahren am Berg an Ampeln deutlich.
Straßen. Die Hauptrichtungen sind durch Schnellstraßen (Via Rápida) mit Dutzenden Tunneln verbunden — von Funchal ans andere Ende der Insel braucht man weniger als eine Stunde. Parallel dazu verlaufen die alten Straßen (ER101 und Regionalstraßen) — schmal und kurvenreich, und genau sie sind die eigentliche Sehenswürdigkeit. Strategie der Route: „Dienstfahrten” durch Tunnel, Aussichtsabschnitte über die alten Straßen.
Maut und Strafen. Mautstraßen gibt es auf Madeira nicht. Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind real: Kameras stehen auch in Tunneln. Limit in Ortschaften: 50 km/h; auf der Schnellstraße VR1 je nach Abschnitt 80–100 km/h, in Tunneln meist 80. Richten Sie sich nach den Schildern.
Wetter und Mikroklima. Auf der Insel gilt die Regel: Wenn es in Funchal regnet, fahren Sie in den Norden oder in die Berge — dort kann die Sonne scheinen, und umgekehrt. Prüfen Sie vor der Auffahrt zu den Gipfeln die Webcams (auf den Seiten turismodamadeira und windmadeira) — das erspart eine einstündige Fahrt „ins Milchglas”.
Wie viel pro Tag einplanen. Diese Route bedeutet 60–100 km pro Tag, 1,5–3 Stunden reine Fahrzeit und 4–6 Stopps. Ein gemütliches Tempo mit Reserve für „Halt, hier ist es schön” — und solche Stellen wird es viele geben.
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Tag 1. Südwesten: Steilküsten, Bananen und Winston Churchills Fischerdorf

Tagesbilanz: ~90 km · 2 Stunden Fahrzeit · 6 Stopps
Etappen des Tages:
| Nr. | Abschnitt | Km | Zeit | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Funchal → Cabo Girão | 13 | 20 Min. | Schnellstraße VR1 in Tunneln |
| 2 | Cabo Girão → Câmara de Lobos | 7 | 15 Min. | Serpentinenabstieg zum Hafen |
| 3 | Câmara de Lobos → Ribeira Brava | 10 | 15 Min. | VR1 |
| 4 | Ribeira Brava → Encumeada → Ribeira Brava | 24 | 45 Min. | Auffahrt zum Pass und zurück auf derselben Straße |
| 5 | Ribeira Brava → Ponta do Sol | 8 | 12 Min. | VR1 entlang der Küste |
| 6 | Ponta do Sol → Wasserfall Anjos | 4 | 8 Min. | alte Küstenstraße ER101, schmal |
| 7 | Anjos → Funchal | 27 | 30 Min. | VR1 in Tunneln |
Stundenplan:
| Zeit | Ort | Was wir machen |
|---|---|---|
| 9:00 | Funchal | Abfahrt Richtung Westen auf der VR1 |
| 9:20–10:10 | Cabo Girão | Skywalk über der 580-Meter-Felswand |
| 10:25–11:50 | Câmara de Lobos | Hafen, Poncha, Churchill-Aussichtspunkt |
| 12:05–12:35 | Ribeira Brava | Markt, Mini-Bananen für unterwegs |
| 12:50–13:35 | Encumeada | Auffahrt zum Pass, Panorama, Rückkehr nach Ribeira Brava |
| 13:50–15:15 | Ponta do Sol | Mittagessen am Meer im sonnigsten Ort der Insel |
| 15:25–16:15 | Wasserfall Anjos | Alte ER101, „Durchfahrt durch den Wasserfall” |
| 17:00 | Funchal | Rückkehr, Abendessen in der Altstadt |
9:00 — Start in Funchal
Wir verlassen die Hauptstadt Richtung Westen auf der Schnellstraße VR1. Wer nicht am Ankunftstag abfliegt und Funchal noch nicht gesehen hat, widmet der Stadt am besten den Vorabend: der Markt Lavradores, die Seilbahn nach Monte, die Altstadt mit den bemalten Türen in der Rua de Santa Maria. In dieser Route ist die Hauptstadt die Übernachtungsbasis.
9:40 — Cabo Girão: Aussichtsplattform über der 580-Meter-Felswand
Erster Punkt des Tages: eine der höchsten Meeresklippen Europas. Am Abgrund liegt die Aussichtsplattform Skywalk mit transparentem Glasboden: Unter den Füßen fast 600 Meter Luft und winzige Gemüseterrassen am Fuß des Felsens. Am Morgen ist es hier ruhiger und das Licht weicher für Fotos.
- Zeit vor Ort: 30–40 Minuten
- Kosten: Eintritt frei, Parkplatz kostenlos (oben, 3 Minuten zu Fuß)
- Tipp: Wer Höhenangst hat, schaut nicht sofort nach unten, sondern nähert sich der Kante „schrittweise”. Die Scheiben sind zerkratzt, aber die Transparenz packt einen trotzdem.

10:30 — Câmara de Lobos: Hafen, Poncha und Churchill
Abstieg zur Küste, in das Fischerdorf, das Winston Churchill 1950 an seiner Staffelei malte — ihm zu Ehren ist hier ein Aussichtspunkt benannt. Câmara de Lobos bedeutet bunte Boote, den Fang des schwarzen Degenfischs (Espada) und die beste Dichte an Bars mit Poncha — Madeiras Nationalgetränk aus Aguardente (Zuckerrohrschnaps), Honig und Zitrone.
- Zeit vor Ort: 1–1,5 Stunden mit Kaffee oder Mittagessen
- Parken: kostenpflichtiger Parkplatz am Hafen, ~1 €/Stunde
- Nicht verpassen: die Promenade und den Miradouro Winston Churchill — der Hafen von oben, das klassische Foto.

12:30 — Ribeira Brava und das Bananental
Weiter Richtung Westen. Ribeira Brava („wilder Fluss”) ist ein hübscher Ort mit schwarzem Kieselstrand und einer der ältesten Kirchen der Insel (15. Jahrhundert). Ein guter Platz für einen kurzen Kaffeestopp vor der Auffahrt in die Berge.
Die Bananen beginnen gleich dahinter. Terrassen von Bananenplantagen fallen entlang der gesamten Südküste zum Meer ab. Der dichteste und malerischste Abschnitt ist die alte Straße ER101 zwischen Ponta do Sol und Madalena do Mar — auf ihr fahren Sie zum Wasserfall Anjos. Madeira ist berühmt für seine Mini-Bananen: klein, süß, mit Säurenote. Kaufen kann man sie in Straßenläden und Supermärkten unterwegs oder auf dem Markt Lavradores in Funchal.

12:50 — Encumeada und Ponta do Sol
Ab Ribeira Brava zieht die Straße ER228 steil in die Berge zum Pass Encumeada (1.007 m) — von der Aussichtsplattform am höchsten Punkt öffnet sich das beste Panorama des Tages: das „Herz” der Insel, Täler und die Zinnen des Zentralmassivs. Eine wichtige Nuance: Eine Durchfahrt nach Ponta do Sol gibt es von hier nicht — hinter dem Pass führt die Straße an die Nordküste, nach São Vicente. Also Panorama genießen und auf derselben Straße zurück nach Ribeira Brava fahren (Anstieg und Abfahrt: 24 km und rund 45 Minuten am Steuer — es lohnt sich), dann weiter entlang der Küste nach Ponta do Sol — es gilt als der sonnigste Ort der Insel. Kleine Molepromenade, Palmen, Cafés am Wasser — ein guter Platz für ein Mittagessen mit Meerblick.

15:30 — Wasserfall Anjos (Cascata dos Anjos)
Von Ponta do Sol fahren wir noch ein paar Kilometer westwärts — nicht durch den Tunnel, sondern über die alte Straße ER101 — der stimmungsvollste Abschnitt des Tages. Der Wasserfall Anjos fällt direkt auf die Straße, und früher sogar über sie hinweg: Autos fahren buchstäblich durch die Gischt. Halten Sie in der Bucht am Straßenrand: Das Bild „Wasserfall + Straße + Meer” ist einer der viralsten Madeira-Shots.
- Wichtig: Dieser Abschnitt der alten Straße wird nach Starkregen wegen Steinschlags manchmal gesperrt — vor Ort prüfen; die Alternative durch den Tunnel gibt es immer.

17:00 — Rückkehr nach Funchal
Am Abend zurück in die Hauptstadt. Empfehlung fürs Abendessen: die Altstadt (Zona Velha), die Rua de Santa Maria und die Gassen drumherum — Dutzende Tavernen mit gegrillter Espada, Thunfisch mit frittiertem Mais (Milho frito) und Madeira-Wein im Glas.
Tag 2. Berge und Nordosten: Sonnenaufgang über den Wolken, die Häuser von Santana und Lorbeerwald

Tagesbilanz: ~100 km · 2,5–3 Stunden Fahrzeit · 6 Stopps
Etappen des Tages:
| Nr. | Abschnitt | Km | Zeit | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Funchal → Pico do Arieiro | 20 | 35 Min. | steiler Berganstieg bis 1.818 m |
| 2 | Arieiro → Ribeiro Frio | 10 | 15 Min. | Abfahrt durch Nadelwald |
| 3 | Ribeiro Frio → Santana | 15 | 25 Min. | Bergserpentinen |
| 4 | Santana → Faial | 9 | 15 Min. | Abstieg zur Nordküste |
| 5 | Faial → Porto da Cruz → Machico | 19 | 30 Min. | Küstenstraße |
| 6 | Machico → Caniço → Funchal | 28 | 35 Min. | VR1 in Tunneln |
Stundenplan:
| Zeit | Ort | Was wir machen |
|---|---|---|
| 6:15* | Funchal | Abfahrt (50 Min. vor Sonnenaufgang) |
| 6:35–7:45 | Pico do Arieiro | Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer |
| 8:30–10:00 | Ribeiro Frio | Levada PR11 zum Aussichtspunkt Balcões |
| 10:45–11:30 | Santana | Die Dreieckshäuser |
| 11:45–13:15 | Santana oder Faial | Mittagessen: Espetada am Lorbeerspieß |
| 13:30–14:30 | Faial | Blick auf den Adlerfelsen, Strand |
| 15:00–16:00 | Porto da Cruz | Rum-Brennerei von 1927 |
| 16:15–17:15 | Machico | Promenade, Sandstrand |
| 18:00–18:45 | Caniço / Garajau | Christusstatue, Sonnenuntergang über der Südküste |
| 19:15 | Funchal | Rückkehr |
* Die Zeiten gelten für Juni. Der Sonnenaufgang auf Madeira schwankt zwischen ~7:05 im Sommer und ~8:15 Mitte Oktober — prüfen Sie ihn für Ihr Datum und verschieben Sie den gesamten Tagesplan um dieselbe Differenz.
Sonnenaufgang — Pico do Arieiro: die Sonne auf 1.818 Metern begrüßen
Der früheste und eindrucksvollste Morgen der Reise. Der Pico do Arieiro ist der dritthöchste Gipfel der Insel, und eine asphaltierte Straße führt direkt zur Aussichtsplattform. Der Trick: Wegen der Temperaturinversion „hängen” die Wolken oft unterhalb des Gipfels, und man steht über einem weißen Wolkenmeer, aus dem die Bergzacken ragen.
- Abfahrt in Funchal: 50 Minuten vor Sonnenaufgang (Auffahrt ~35 Minuten plus Zeit für die Parkplatzsuche). Im Sommer ist das etwa 6:15, im Herbst etwa 7:20.
- Kleidung: Oben ist es 10–15 °C kälter als am Meer, dazu Wind. Jacke ist auch im Sommer Pflicht
- Parken: kostenlos direkt an der Aussichtsplattform

8:30 — Levada dos Balcões (PR11, Vereda dos Balcões)
Ein Stück tiefer liegt das Dorf Ribeiro Frio — Startpunkt der zugänglichsten und dankbarsten Levada der Insel. Levadas sind Madeiras einzigartiges System von Bewässerungskanälen mit einer Gesamtlänge von über 2.000 km, entlang derer Wanderwege verlaufen; viele führen durch den reliktischen Lorbeerwald Laurisilva — UNESCO-Welterbe. Der Weg zum Aussichtspunkt Balcões dauert 30–40 Minuten pro Richtung auf ebener Trasse durch den Farnwald — das Finale ist ein Balkon über dem grünen Tal mit den Zinnen des Zentralmassivs dahinter.
- Schwierigkeit: leicht, für alle geeignet, auch für Kinder
- Zeit: 1–1,5 Stunden hin und zurück mit Fotos

11:00 — Santana: die berühmten Dreieckshäuser
Weiter in den Nordosten, in den Ort Santana und seine Visitenkarte — die traditionellen Häuser palheiros: dreieckig, mit Strohdächern bis zum Boden und bunten Fassaden. Früher lebten so Bauern, heute sind einige Häuser als Museum und Touristenkomplex erhalten. Ein Ort „für das Foto” — lange bleiben muss man nicht, aber auslassen darf man ihn nicht: Genau diese Häuser zieren alle Madeira-Postkarten.

12:30 — Mittagessen in Santana oder Faial
In Santana gibt es mehrere ordentliche Restaurants mit Hausmannskost: Probieren Sie die Espetada — Rindfleisch in großen Stücken auf einem Lorbeerzweig, hängend an einem Ständer serviert. Alternative: 10 Minuten weiter nach Faial fahren und am Meer essen.
14:00 — Faial und der Aussichtspunkt Guindaste
Faial ist ein grünes Dorf am Fuß der Felsen. Zwei Gründe für einen Stopp: die Aussichtsplattform mit Blick auf den „Adlerfelsen” (Penha d’Águia) — eine 590 Meter hohe Klippe, die ins Meer ragt — und ein kleiner Kiesstrand mit Pool, falls das Wetter zum Baden einlädt.
15:30 — Porto da Cruz und Machico
Abstieg an die Südostküste. Porto da Cruz ist ein ruhiger Hafen im Schatten desselben Adlerfelsens, mit der Rum-Brennerei Engenhos do Norte (in Betrieb seit 1927; im Frühjahr Dampfmaschinen und frischer Zuckerrohrsaft). Weitere 15 Minuten — Machico, die zweitgrößte Stadt der Insel und der Ort, an dem 1419 die Entdecker Madeiras landeten. Hier gibt es eine schöne Promenade und einen für die Insel seltenen Sandstrand (der Sand wurde aus Marokko importiert).
17:30 — Rückkehr nach Funchal über Caniço
Der Rückweg dauert 40 Minuten auf der Schnellstraße. Wer noch Kraft hat, macht einen 5-minütigen Abstecher von der Autobahn: Caniço mit seinem Aussichtspunkt über der felsigen Südküste, und gleich daneben das Dorf Garajau mit der riesigen Christusstatue (eine Miniatur der Rio-Statue) und einem der besten Sonnenuntergänge im Süden.
Tag 3. Der Osten: das „mondähnliche” Kap São Lourenço und Abschied von der Insel

Tagesbilanz: ~60 km · 1–1,5 Stunden Fahrzeit · 3–4 Stopps
Der Tag lässt sich gut mit dem Abflug kombinieren: Alle Punkte liegen nahe am Flughafen Funchal (auch bekannt als Cristiano-Ronaldo-Flughafen), daher bauen wir die Route als „ostwärts zum Kap → zurück zum Terminal”.
Etappen des Tages:
| Nr. | Abschnitt | Km | Zeit | Charakter | Öffnen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Funchal → Ponta de São Lourenço | 30 | 40 Min. | VR1, dann Bergstraße zum Kap | → |
| 2 | Trekking PR8 am Kap | — | 40 Min. – 3 Std. | zu Fuß, 3 km pro Richtung über den Grat | — |
| 3 | São Lourenço → Santa Cruz | 22 | 30 Min. | zurück auf der VR1 | → |
| 4 | Santa Cruz → Flughafen FNC | 4 | 7 Min. | Stadtverkehr | → |
Stundenplan:
| Zeit | Ort | Was wir machen |
|---|---|---|
| 8:30 | Funchal | Abfahrt Richtung Osten |
| 9:15–12:30 | Ponta de São Lourenço | Trekking PR8 über den „Mondgrat” |
| 13:00–14:30 | Santa Cruz | Mittagessen an der Promenade, Flugzeuge über dem Meer |
| 15:00 | Flughafen FNC | Tanken 2 km vor dem Terminal, Wagenabgabe |
9:00 — Ponta de São Lourenço: der Rand der Welt
Der östlichste Punkt Madeiras und ein totaler Kontrast zur grünen Insel: Hier gibt es keine Bäume — nur Ocker, Basalt und smaragdgrünes Wasser. Das Kap São Lourenço ist ein Naturschutzgebiet, durch das der Wanderweg PR8 führt: 3 km pro Richtung über einen Grat mit Blick auf den Ozean zu beiden Seiten. Die komplette Wanderung dauert 2,5–3 Stunden, aber schon die ersten 40 Minuten zu den Aussichtspunkten liefern „diesen” Blick.
- Wichtig: Am Kap ist es fast immer windig und schattenlos — Windjacke, Sonnencreme und Wasser sind Pflicht
- Parken: kostenlos am Wegbeginn; im Sommer besser vor 10:00 kommen

13:00 — Machico oder Santa Cruz: das letzte Mittagessen
Auf dem Rückweg zum Flughafen lohnt ein Stopp in Santa Cruz — einem sympathischen Küstenort 5 Minuten vom Terminal entfernt. Restaurants an der Promenade, Blick auf startende Flugzeuge (die Landebahn steht auf Stelzen über dem Meer — eine Show für sich), ein ruhiges Finale der Reise.
15:00 — Flughafen: Wagenabgabe
Tanken (eine Tankstelle liegt 2 km vom Terminal entfernt), Wagen abgeben — und abfliegen. Planen Sie für die Abgabe 30–40 Minuten ein: In der Hochsaison gibt es an den Mietstationen Warteschlangen.
Was man unterwegs probieren sollte: kulinarische Stopps
Madeira ist eine Insel, auf der das Essen selbst eine Sehenswürdigkeit ist — und unsere Route führt an den wichtigsten „leckeren” Punkten vorbei.
- Espada (schwarzer Degenfisch). Ein Tiefseefisch mit zartem weißen Fleisch, das wichtigste Fischgericht der Insel. Nicht mit dem Schwertfisch verwechseln — der heißt auf Portugiesisch Espadarte. Klassisch serviert mit Banane und Maracuja. Am besten in Câmara de Lobos probieren (Tag 1), wo der Fang direkt an der Mole entladen wird.
- Espetada am Lorbeerspieß. Rindfleisch in großen Stücken auf einem Zweig des edlen Lorbeers — das Signature-Gericht der Bergregionen. In Santana suchen (Tag 2): Das Fleisch kommt hängend an einem Metallständer direkt an den Tisch.
- Bolo do caco. Ein kleines Fladenbrot mit Süßkartoffel, mit Knoblauchbutter geröstet — wird überall statt Brot gereicht. Gefährlich lecker.
- Poncha. Das offizielle Getränk der Insel: Zuckerrohr-Aguardente, Honig und Zitronen- oder Maracujasaft. Stärker, als es scheint. Für den Fahrer — die alkoholfreie Version oder eine Verkostung am Abend nach dem Parken.
- Madeira-Wein. Verstärkter Wein, der schon im 16. Jahrhundert in Schiffsrümpfen „gekocht” wurde. Trockener Sercial als Aperitif, süßer Malvasia zum Dessert. In Funchal gibt es den Verkostungssaal des alten Hauses Blandy’s, und die Keller von Henriques & Henriques liegen in Câmara de Lobos — direkt auf der Route von Tag 1.
- Mini-Bananen und Maracuja. Die lokalen Bananen sind klein, süß, säuerlich — nicht mit Importware verwechseln. Die Plantagen säumen am ersten Tag die gesamte alte Straße ER101; kaufen kann man Bananen am einfachsten auf dem Markt Lavradores in Funchal oder in jedem Supermarkt der Insel.
Was man fürs Auto mitnehmen sollte
Die Route durchquert täglich mehrere Klimazonen, also packen wir gleichzeitig „für den Strand und für die Berge”:
- Kleidung in Schichten: T-Shirt + Fleece + Windjacke. An der Küste kann es +25 °C sein, eine Stunde später auf dem Arieiro +8 °C mit Wind.
- Wanderschuhe mit rutschfester Sohle — für die Levada Balcões und das Kap São Lourenço (steinige Pfade, nach Regen rutschig).
- Sonnencreme LSF 50 — die Sonne in der Höhe ist auch bei Bewölkung aggressiv.
- Wasser und Snacks fürs Auto — an den Bergabschnitten sind Cafés selten.
- Kleingeld in bar — für Parkplätze und Bauernstände (Karten werden fast überall akzeptiert, aber nicht auf Märkten).
- Powerbank — Wetter-Webcams, Navigation und Fotos leeren den Akku schnell.
Praxis: Mietwagen, Budget, Kosten
Tipps zur Anmietung:
| Was | Empfehlung |
|---|---|
| Klasse | Kompakt- oder Mittelklasse (Golf, Megane): Leistungsreserve wichtiger als Sparen |
| Motor | ab 1,2 Turbo oder 1,6 Sauger, wenn Sie zu dritt oder viert mit Gepäck fahren |
| Getriebe | Automatik bequemer an Ampeln am steilen Berg; Schaltung ist günstiger |
| Bodenfreiheit | serienmäßig reicht, kein SUV nötig — die gesamte Route ist asphaltiert |
| Versicherung | Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Parklücken sind eng, Kratzer typisch (+8–15 €/Tag) |
| Kaution | 100–300 € mit Vollkasko; ohne sie werden 1.200–1.500 € auf der Kreditkarte blockiert |
| Wo mieten | Flughafen FNC mit Übergabe am Terminal: Die Route beginnt und endet dort |
Reisebudget (Transport und Sehenswürdigkeiten), ungefähr:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Mietwagen Kompaktklasse, 3 Tage | 75–105 € Nebensaison · 135–180 € im Sommer |
| Kraftstoff, ~18–20 l (Super 95) | 30–40 € |
| PR-Levadas, 2 Personen × 2 Wege | 12 € |
| Parken für die Reise | ~10 € |
| Gesamt | ~130–240 € |
Mautstraßen gibt es auf der Insel nicht. Cabo Girão, alle Aussichtsplattformen, der Wasserfall Anjos und das Kap São Lourenço sind kostenlos. Der Eintritt zu den Levadas wird online über die Plattform SIMplifica bezahlt (seit 2025 — 3 € pro Nichtansässigem und Weg).
Fahrtipps für Madeira
- Keine Angst vor Tunneln — es gibt über hundert, alle sind gut beleuchtet. Aber drinnen stehen Radarkameras.
- Alte Straßen = Platz machen. Auf schmalen Abschnitten gilt: Wer leichter ausweichen kann, weicht aus. Busse und Einheimische kennen jeden Zentimeter — konkurrieren Sie nicht mit ihnen.
- Parken am Hang: Handbremse + Gang eingelegt (bei Automatik — P und bei ernsthafter Steigung ein Stein unterm Rad). So machen es die Einheimischen.
- In Ortschaften tanken. In den Bergen gibt es keine Tankstellen, und der Verbrauch an Anstiegen ist deutlich höher.
- Webcams vor der Bergfahrt. Wenn auf dem Pico do Arieiro „Milch” ist, bauen Sie den Tag um: Fahren Sie in den Westen und verschieben Sie den Gipfel auf einen anderen Morgen. Das Wetter auf Madeira wechselt alle paar Stunden.
- Navigation: Google Maps funktioniert hervorragend, aber die Fahrzeiten auf Bergstraßen können Sie getrost mit 1,5 multiplizieren.
Wann fahren und wo übernachten
Reisezeit. Madeira ist die Insel des ewigen Frühlings: +17…+20 °C im Winter, +24…+27 °C im Sommer.
| Reisezeit | Was einen erwartet |
|---|---|
| April–Juni | optimal: die Blüte, wegen der die Insel „schwimmender Garten” genannt wird, +20…+24 °C, die Gipfel öfter klar |
| Juli–August | das wärmste Meer, aber Schlangen am Cabo Girão und auf dem Parkplatz São Lourenço; zum Sonnenaufgang früher losfahren |
| September–Oktober | zweites Optimum: der Ozean am wärmsten, deutlich weniger Touristen |
| November–März | +17…+20 °C, im Norden öfter Regen, aber Süden und Gipfel retten fast immer; die niedrigsten Mietwagenpreise |
Basis. Für die Dreitagesroute wohnt man am besten alle drei Nächte in Funchal: Alle Tage beginnen und enden im Umkreis von einer Stunde um die Hauptstadt, abends warten Restaurants und die Promenade, und kein Umziehen mit Koffern. Zur Abwechslung kann die dritte Nacht in Machico oder Santa Cruz am Flughafen verbracht werden.м.
Häufige Fragen zur Madeira-Route
Reichen 3 Tage für Madeira?
Für die „Klassiker” — ja: Sie sehen beide Seiten der Insel, die Berge, die Levadas und die wichtigsten Aussichtspunkte. Aber der Westen (Porto Moniz mit den Lavabecken, der Wald Fanal, der Wasserfall Véu da Noiva) passt nicht in diese Route — dafür braucht es weitere 1–2 Tage.
Brauche ich einen internationalen Führerschein?
Nein — der nationale Führerschein genügt. Die Mietstationen auf Madeira akzeptieren EU-Führerscheine im Standardformat ohne internationalen Zusatz.
Ist das Fahren auf Madeira beängstigend?
Nein, wenn Sie Grunderfahrung auf Bergstraßen haben. Die Schnellstraßen sind europäisches Niveau, die alten Straßen erfordern Aufmerksamkeit, aber der Verkehr dort ist gering. Hauptsache: nicht hetzen und die Ausweichbuchten für den Gegenverkehr nutzen.
Kann man die Route ohne Mietwagen fahren?
Teilweise: Nach Santana und Câmara de Lobos fahren Busse, auf den Arieiro gibt es Touren. Aber der Wasserfall Anjos, die Encumeada, der Sonnenaufgang auf dem Gipfel und flexible Zeiten — nur mit dem Auto.
Diese Route ist für Reisende gemacht, die ein Auto für die gesamte Reise mieten. Einen Wagen mit Übergabe am Flughafen Funchal und Vollkasko können Sie auf Carenzzo.com buchen — wir vergleichen die Angebote lokaler Vermieter und internationaler Marken, ohne versteckte Gebühren.