Mietwagen Kreta
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Städte: Kreta
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Mietwagen auf Kreta: das Wichtigste im Überblick
Kreta ist mit rund 260 Kilometern Länge die größte Insel Griechenlands, und sie verteilt ihre Höhepunkte großzügig über diese Strecke. Zwischen Chania im Westen und Sitia im Osten liegen etwa fünf Fahrstunden. Der Palast von Knossos, die Palmenbucht von Preveli, das Lassithi-Hochplateau mit seinen Windmühlen und die Bergdörfer am Psiloritis liegen jeweils in einer anderen Ecke der Insel.
Wer auf Kreta ein Auto mieten möchte, tut das deshalb selten aus Bequemlichkeit, sondern weil sich die Insel anders kaum erschließen lässt. Der Linienbus folgt der Nordküste und verbindet die großen Städte zuverlässig und günstig. Sobald es aber in den Süden, ins Landesinnere oder zu einer der kleineren Buchten geht, wird der Fahrplan dünn oder endet ganz. Wer ausschließlich mit dem Bus unterwegs ist, erlebt Kreta entlang einer Linie. Mit dem Mietwagen verbinden Sie Heraklion, Rethymno und Chania in einem Urlaub statt in dreien, erreichen Strände außerhalb der Hauptorte und sind bei Tagesausflügen nicht an die letzte Rückfahrt gebunden.
Wo Sie den Mietwagen auf Kreta abholen
Die meisten Anmietungen beginnen an einem der beiden Flughäfen der Insel. Beide liegen nah an ihrer Stadt, sodass zwischen Landung und erster Fahrt selten mehr als eine halbe Stunde vergeht.
| Station | Lage | Fahrzeit ins Zentrum |
|---|---|---|
| Flughafen Heraklion (HER) | wenige Kilometer östlich der Altstadt | rund 15 Minuten |
| Flughafen Chania (CHQ) | Halbinsel Akrotiri, nordöstlich der Stadt | rund 20 Minuten |
| Hafen Heraklion | Fähranleger für die Verbindung aus Piräus | wenige Minuten |
| Urlaubsorte | Rethymno, Agios Nikolaos, Hersonissos, Malia, Stalis und weitere | Abholung vor Ort |
Viele lokale Vermieter liefern das Fahrzeug auch direkt zum Hotel oder zur Unterkunft — auf Kreta ist das verbreiteter als bei den großen internationalen Ketten. Eine Abholung außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist meist möglich, wird aber als Extra berechnet; bei Nachtflügen lohnt sich der Blick auf diese Position, bevor Sie buchen. Eine Anmietung in Heraklion mit Rückgabe in Chania ist bei vielen Anbietern möglich und für eine Inselrundreise praktisch, kann jedoch eine Einwegmiete-Gebühr auslösen.
Mietbedingungen auf Kreta
Die Konditionen unterscheiden sich zwischen den Anbietern, ein Rahmen gilt aber fast überall:
- Mindestalter: in der Regel 21 Jahre, bei größeren Fahrzeugklassen und Cabrios oft 23 oder 25 Jahre.
- Führerscheinbesitz: mindestens ein Jahr, bei einzelnen Vermietern zwei Jahre.
- Jungfahrerzuschlag: für Fahrer unter 25 Jahren kommt häufig ein Tagesaufschlag hinzu.
- Mindestmietdauer: meist drei Tage in der Hochsaison, außerhalb der Saison oft ein Tag.
- Kilometer: bei den meisten Anbietern auf Kreta unbegrenzt.
- Zusatzfahrer: teils inklusive, teils kostenpflichtig — beide Fahrer müssen bei der Übernahme anwesend sein.
- Kindersitz und Dachträger: kostenpflichtige Extras, in der Hochsaison unbedingt vorab reservieren.
Kaution und Bezahlung
Die Kaution wird bei der Übernahme auf der Karte des Fahrers gesperrt, nicht abgebucht, und nach der Rückgabe wieder freigegeben. Wie hoch sie ausfällt, hängt von Fahrzeugklasse und gewähltem Versicherungspaket ab: Wer die Selbstbeteiligung auf null reduziert, hinterlegt in der Regel deutlich weniger. Auf Kreta arbeiten viele lokale Vermieter zudem mit Angeboten ganz ohne Kaution.
Für die Sperrung verlangen die meisten Anbieter eine echte Kreditkarte, ausgestellt auf den Namen des Hauptfahrers. Debitkarten und Prepaid-Karten werden nicht überall akzeptiert, weil sich darauf kein Betrag vormerken lässt. Bei Angeboten ohne Kaution entfällt diese Anforderung häufig. Welche Karte akzeptiert wird und wie hoch die Sperrung ausfällt, steht bei jedem Fahrzeug in den Bedingungen, bevor Sie buchen.
Versicherung und Selbstbeteiligung
Im Mietpreis ist eine Haftpflicht- sowie eine Basis-Kaskoversicherung enthalten (CDW/TP). Sie deckt Schäden am Fahrzeug und Diebstahl ab, allerdings erst oberhalb eines Selbstbehalts — bis zu dieser Grenze zahlt der Fahrer. Gegen Aufpreis lässt sich die Selbstbeteiligung reduzieren oder ganz auf null senken.
Entscheidend ist weniger die Höhe des Selbstbehalts als die Liste der Ausschlüsse. Genau die Teile, die auf kretischen Straßen am häufigsten Schaden nehmen, sind in der Basisdeckung nicht enthalten:
| In der Basisdeckung enthalten | Nur im erweiterten Paket |
|---|---|
| Haftpflicht gegenüber Dritten | Reifen und Felgen |
| Karosserieschäden oberhalb des Selbstbehalts | Glas, Windschutzscheibe und Spiegel |
| Diebstahl des Fahrzeugs | Unterboden und Dach |
| Pannenhilfe (anbieterabhängig) | Schlüsselverlust, falsches Tanken |
Steinschlag auf der Nordküstenstraße, ein Bordsteinschaden in einer engen Altstadtgasse oder ein Kratzer am Unterboden auf einer Zufahrt zum Strand fallen damit in der Basisvariante auf den Fahrer zurück. Für Kreta ist das erweiterte Paket deshalb meist die vernünftigere Wahl. Kein Paket greift dagegen bei Fahrten auf unbefestigten Straßen — dazu unten mehr.
Tankregelung
Üblich ist auf Kreta die faire Regelung „voll zu voll”: Sie übernehmen das Fahrzeug mit vollem Tank und geben es vollgetankt zurück. Vor der Rückgabe am Flughafen liegen Tankstellen in unmittelbarer Nähe, sodass sich das ohne Umweg erledigen lässt.
Entlang der Nordküste ist die Versorgung dicht. Im Landesinneren, im Süden und in den Bergen liegen zwischen zwei Tankstellen dagegen schnell 40 oder 50 Kilometer, und viele schließen am frühen Abend und sind sonntags zu. Wer eine Bergtour plant, tankt besser vorher voll, als sich auf die nächste Ortschaft zu verlassen.
Welche Fahrzeugklasse passt auf Kreta
| Klasse | Passt für |
|---|---|
| Kleinwagen | Nordküste, Altstädte von Chania und Rethymno, zwei Personen mit Handgepäck |
| Kompakt- und Mittelklasse | vier Personen mit Koffern, längere Etappen, Bergstraßen |
| SUV und Crossover | mehr Bodenfreiheit auf steilen Zufahrten, größere Reisegruppen |
| Cabrio | Küstenstraßen im Frühjahr und Herbst, in der Mittagshitze weniger angenehm |
Bei der Wahl des Leihwagens gilt auf Kreta nicht „je größer, desto besser”. Die Altstädte von Chania, Rethymno und Agios Nikolaos sind auf Kutschen ausgelegt, nicht auf Kombis: Dort ist ein kleines Auto ein echter Vorteil, sowohl beim Rangieren als auch beim Parken. Für Serpentinen ins Landesinnere oder zu viert mit Gepäck lohnt dagegen eine Klasse mehr, weil Kleinwagen an langen Steigungen spürbar an ihre Grenzen kommen.
Ein Punkt wird regelmäßig unterschätzt: Automatikgetriebe sind in den Flotten lokaler Vermieter die Ausnahme. Wer nicht schalten möchte, sollte früh buchen — in den Sommermonaten sind diese Fahrzeuge als Erstes vergriffen.
Preise und beste Buchungszeit
Die Mietpreise auf Kreta schwanken über das Jahr stärker als in den meisten europäischen Zielen. Von Juni bis September treffen der Höhepunkt der Flugsaison und eine begrenzte Inselflotte aufeinander: Fahrzeuge werden knapp, und die Tagespreise ziehen deutlich an. Im April, Mai, Oktober und November ist das Angebot entspannt, die Preise liegen spürbar niedriger, und das Wetter eignet sich ohnehin besser für lange Fahrten und Wanderungen.
Für Reisen im Juli und August lohnt eine Buchung mehrere Wochen im Voraus, besonders bei Automatik, Siebensitzern und Cabrios. In der Nebensaison genügt oft ein Vorlauf von wenigen Tagen. Der Preis pro Tag sinkt außerdem mit der Mietdauer — eine Woche kostet selten das Siebenfache eines einzelnen Tages.
Verkehrsregeln auf Kreta
Auf Kreta gilt dieselbe Straßenverkehrsordnung wie im übrigen Griechenland. Gefahren wird rechts.
| Regel | Wert |
|---|---|
| Innerorts | 50 km/h |
| Außerorts | 90 km/h |
| Schnellstraßen | bis 110 km/h |
| Autobahn | auf Kreta nicht vorhanden |
| Promillegrenze | 0,5 |
| Fahrpraxis unter zwei Jahren, Motorrad, Berufsfahrer | 0,2 |
| Maut und Vignette | auf Kreta nicht erhoben |
| Winterreifen | nicht vorgeschrieben |
Weitere Punkte, die im Urlaub relevant werden: Angeschnallt sein müssen alle Insassen, Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht auf dem Beifahrersitz mitfahren. Telefoniert wird nur mit Freisprecheinrichtung. Im Kreisverkehr hat in Griechenland meist der einfahrende Verkehr Vorfahrt, sofern nichts anderes ausgeschildert ist — das überrascht deutsche Fahrer regelmäßig. Geparkt wird nach Farbe der Bordsteinmarkierung: Gelb bedeutet Parkverbot, Blau gebührenpflichtig, Weiß gebührenfrei. Bußgelder werden nicht vor Ort an die Polizei gezahlt, sondern bei einer Bank oder beim Finanzamt.
Straßen und Fahrbedingungen
Das Rückgrat der Insel ist die Nordküstenstraße zwischen Kissamos und Sitia. Sie ist gut ausgebaut, mautfrei und verbindet alle großen Städte; streckenweise ist sie auf 80 oder 90 km/h begrenzt. Der Seitenstreifen wird auf Kreta traditionell als Ausweichspur genutzt: Langsamere Fahrzeuge rücken nach rechts, damit schnellere vorbeiziehen können. Das ist gängige Praxis, hat aber keinen offiziellen Status.
Abseits dieser Achse ändert sich der Charakter. In den Süden und in die Berge führen schmale, kurvenreiche Straßen mit engen Kehren, teils ohne Leitplanke und mit Steinschlag am Fahrbahnrand. Ziegen auf der Straße sind keine Anekdote, sondern Alltag. Rechnen Sie für Bergetappen etwa die doppelte Zeit ein, die eine Kartenanwendung ausrechnet.
Ein Punkt, der viele Urlauber teuer zu stehen kommt: Die Zufahrt zur Lagune von Balos endet in einer mehrere Kilometer langen Schotterpiste. Fahrten auf unbefestigten Straßen sind in fast allen Mietverträgen ausgeschlossen — bei einem Schaden dort greift keine Versicherung, auch keine mit reduzierter Selbstbeteiligung. Wer Balos sehen möchte, nimmt besser das Ausflugsboot ab Kissamos. Dasselbe gilt für einige Zufahrten an der Südküste.
Mit dem Auto über die Insel
Die klassische Route folgt der Nordküste von Chania über Rethymno nach Heraklion und weiter nach Agios Nikolaos. Wer Zeit hat, biegt unterwegs nach Süden ab — dort liegen die stilleren Strände.
| Ziel | Ab | Entfernung |
|---|---|---|
| Knossos | Heraklion | rund 5 km |
| Lassithi-Hochplateau | Heraklion | rund 60 km |
| Matala | Heraklion | rund 70 km |
| Preveli | Rethymno | rund 40 km |
| Samaria-Schlucht (Omalos) | Chania | rund 40 km |
| Elafonisi | Chania | rund 75 km |
| Kissamos (Ausflugsboot nach Balos) | Chania | rund 55 km |
Für die Samaria-Schlucht braucht es etwas Planung: Der Weg ist eine 16 Kilometer lange Einbahnstrecke und endet in Agia Roumeli am Meer, von wo aus nur eine Fähre zurückführt. Das Auto am Einstieg in Omalos stehen zu lassen funktioniert also nicht — üblich ist, es in Chora Sfakion zu parken und mit dem Bus zum Einstieg zu fahren.
Elafonisi erreichen Sie über eine asphaltierte, aber sehr kurvige Straße; planen Sie für die letzten Kilometer mehr Zeit ein als erwartet. Auf dem Lassithi-Plateau lohnt die Anfahrt über die Serpentinen von Norden, und die Bergdörfer am Psiloritis sind ohne eigenes Fahrzeug praktisch nicht erreichbar.
Mit der Fähre auf andere Inseln
Kreta ist eine Insel, und das wirkt sich auf den Mietvertrag aus: Die Mitnahme des Fahrzeugs auf eine Fähre — zu den Kykladen, nach Santorin oder aufs Festland — ist ohne vorherige Zustimmung des Vermieters in der Regel untersagt und führt zum Verlust des Versicherungsschutzes. Wer eine Inselkombination plant, klärt das vor der Buchung. Für Tagesausflüge ist es meist einfacher, das Auto im Hafen stehen zu lassen und am Zielort neu zu mieten.
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